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WLAN – mehr als nur „DSL drahtlos“

WLAN-Router und -karten werden heute überwiegend kostenlos oder gegen eine geringe Zuzahlung bei Abschluss eines DSL-Vertrages geliefert. Die Werbung von AOL und Konsorten suggeriert, das „kabellos“ und „DSL“ irgendwie zusammen gehören. Rein technisch betrachtet, hat jedoch das eine mit dem anderen überhaupt nichts zu tun.

Schon der Begriff „WLAN-Internetzugang“ ist ein Paradoxon: WLAN bedeutet „Wirless local access network“. Mit der WLAN-Technik lassen sich also zunächst einmal nur Rechner am Ort zu einem Netz verbinden. Wenn mindestens einer davon auch einen Internetzugang besitzt, kann er den anderen verbundenen Rechnern als Gateway dienen. Dabei spielt die Art, wie der Gateway-Rechner mit dem Internet verbunden ist, technisch keine Rolle: Telefon-Modem, ISDN oder DSL sind gleich gut geeignet.

Bei den gängigen WLAN-Angeboten ist der Gateway, also der Rechner mit direkter Internetverbindung, kein PC, sondern ein Router, der neben einer WLAN-Antenne mehrere Steckplätze für ein kabelgebundenes LAN besitzt. Dieser Router ist entweder mit dem DSL-Modem verbunden oder hat es gleich eingebaut. In einigen Routern steckt zusätzlich ein Telefonmodem, sodass sie bei einem Ausfall der DSL-Verbindung zumindest eine, wenn auch langsame, Internetverbindung über die Telefonleitung herstellen können.

 

WLAN – schneller als DSL?

56 Megabit pro Sekunde: Wer seinen DSL-Anschluss mit WLAN-Geräten aufrüstet und nun auf den Geschwindigkeitsrausch hofft, wird enttäuscht. Der Grund liegt auf der Hand: Die technisch mögliche Geschwindigkeit im WLAN gilt nur für die lokale Netzwerkverbindung. Die maximale Datenrate von und zum Internet richtet sich nach der Leistungsfähigkeit des dahinter stehenden DSL-Anschlusses.

Heute werden meist WLAN-Geräte nach Standard IEEE 802.11g vertrieben, die eine theoretische Geschwindigkeit von 56 Megabit pro Sekunde ermöglichen. Geräte nach dem deutlich älteren Standard IEEE 802.11b (die theoretisch 11 Megabit pro Sekunde übertragen) sind allenfalls noch gebraucht oder „neuwertig“ zum Schnäppchenpreis in Internet-Auktionen zu bekommen.

Beim DSL-Surfen mit bis zu 3 Megabit pro Sekunde ist aber zwischen den beiden Standards kein Unterschied festzustellen. Geht es nur um den drahtlosen Internetzugang, etwa per Notebook oder PDA, und nicht um einen drahtlosen Datentransfer zwischen mehreren lokalen Rechnern, kann sich ein Besitzer älterer Hardware die Aufrüstung auf den neuen Standard sparen. Auch unterwegs müssen sich Notebook-Besitzer, deren Gerät nur den b-Standard beherrscht, keine Sorgen machen. Hotspots nach IEEE 802.11g sind voll abwärtskompatibel und haben keine Probleme mit einer gemischten Geräteumgebung.

 

WLAN – liest der Nachbar mit?

Sicherheit ist einer der großen Knackpunkte (nicht nur) in privat eingerichteten WLANs. In einem Mehrfamilienhaus ist es durchaus denkbar, dass ein technisch versierter Nachbar den Internetzugang unbemerkt mit benutzt und sogar auf lokale Freigaben des vernetzten PCs zugreift. Gerade ältere Router sind in der Basiskonfiguration so offen wie das gern zitierte Scheunentor. Aber selbst die lassen sich mit einfachen Maßnahmen gegen unerwünschte Mitbenutzer absichern: Bei vielen Geräten lässt sich das ständige Senden der SSID (in der Konfiguration SSID-Broadcast genannt) abschalten, sodass der Name und andere wichtige Daten des Hotspot verborgen bleiben. Der Zugang lässt sich bei vielen Geräten auch auf eine interne Liste von MAC-Adressen einschränken. Jeder WLAN-Adapter ist über seine weltweit einzigartige MAC-Adresse eindeutig identifizierbar, sodass Sie im Konfigurationsmenü (meist unter einer Option 'MAC Control') Ihre eigenen Geräte als zugelassen eintragen und alle anderen aussperren können.

Damit auch die von und zur Basisstation übertragenen Daten nicht in falsche Hände fallen, sollten Sie zudem die höchstmögliche Verschlüsselung wählen, die Ihr Router bietet. WEP-Verschlüsselung gilt erst ab einer Schlüssellänge von 128 Bit als halbwegs sicher, besser (aber in älteren Geräten oft nicht verfügbar) ist WPA-Verschlüsselung.

 

WLAN unterwegs?

Die Einrichtung eines WLAN macht natürlich vor allem dann Sinn, wenn Sie ein oder mehrere mobile Geräte besitzen. Damit Sie auch unterwegs etwas davon haben, müssen Sie natürlich wissen, wo der nächste Hotspot ist. Eine kostenlose Software mit einer Datenbank von 9000 registrierten öffentlichen Hotspots finden Sie bei Lycos, unter wlan.lycos.de.

Die Software findet den nächsterreichbaren Hotspot, sobald Sie in dessen Funkbereich sind. Wenn Sie dessen Konfiguration kennen oder, beispielsweise an der Hotelrezeption, erfragen können, ist es sogar unerheblich, ob er sich in der Datenbank befindet.

Die Datenbank können Sie auch offline nach dem nächsgelegenen Hotspot durchsuchen. Falls Sie der WLAN-Software nicht trauen, können Sie unter oben genannter Adresse auch von zu Hause aus den nächsterreichbaren Hotspot Ihres Reiseziels ermitteln und sich dann dort mit der schon auf Ihrem Notebook oder PDA vorhandenen Software anmelden.