Versatel auf Einkaufstour
Versatel will den Fokus vom kostenträchtigen Neunkundengewinn auf Akquisitionen verschieben, um zu wachsen.
Der Provider schneller Internet-Zugänge, Versatel, hat in der jüngsten Vergangenheit vor allem durch Avancen des Konkurrenten United Internet für Schlagzeilen gesorgt. Mittlerweile hält die Nummer zwei im deutschen Markt mehr als ein Viertel des Firmenanteils an Versatel, eine Übernahme ist nicht ausgeschlossen. Interessant ist vor diesem Hintergrund, dass Versatel offensichtlich selbst auf Einkaufstour gehen will.
Kampf um Kunden wird teurer
Der Grund, warum Versatel zwar nicht den Kampf um die liebe Kundschaft vollständig aufgeben will, aber hier kürzer treten soll, liegt in den gestiegenen Kosten für Neukunden. Diese hätten im vergangnen Jahr deutlich zugelegt, gleichzeitig sind 2007 aber die Preise für DSL-Anschlüsse in den Keller gegangen.
Diese Einschätzung ist erstaunlich, denn aus dem Hause United Internet ist bislang zu hören gewesen, dass der Markt noch immer so schnell wachse, dass eine forcierte Übernahmestrategie noch nicht angesagt sei. Der Chef des Unternehmens, Ralf Dommermuth, hatte geäußert, dass neue Kunden noch wie Brei vom Himmel regneten und man nur den Löffel aus dem Fenster halten müsse.
Zukäufe nicht ausgeschlossen
Allerdings hat United Internet gegenüber Wettbewerbern mehrere Vorteile. Zum einen generieren andere Geschäftsbereiche, wie Web-Hosting große Gewinne, zum anderen hat das Unternehmen durch den Kauf des beliebten Portals Web.de einen großartigen Werbevorteil und drittens hat United Internet bereits eine beträchtlche Größe erreicht.
Versatel muss nun andere Wege gehen, um schwarze Zahlen zu schreiben. Ein Weg dazu ist der Kauf von Wettbewerbern, um auf diese Weise Kunden zu gewinnen. Versatel-Chef Peer Knauer sieht das als einen Weg, der preisgünstiger beschritten werden könnte, als die Neukundenakquise.
