Sie sind hier: DSL-User.de > News
 
22.10.2007 13:21

Telekom: DSL-Strategie geht auf

Viele Hiobsbotschaften hatte der große Telekommunikationskonzern in den vergangenen Jahren aus dem Bereich DSL zu vermelden, jetzt scheint die Wende geglückt

Wie Telekom-Chef Obermann jüngst verkündete, hat die Telekom ihr selbst gestecktes Ziel, 40 bis 45 Prozent der Neukunden im DSL-Bereich für sich zu gewinnen, bislang erreicht bzw. sogar leicht übertreffen können.

 

Strategiewechsel bringt die Wende

In der Vergangenheit hatten die Wettbewerber hier oft die Nase vorn: Mit günstigen Angeboten und leicht überschaubaren Paketen konnten sie die Telekom nicht nur bei den Neukunden übertrumpfen, sondern auch Kundschaft abwerben.

Nun hat der Riese zurückgeschlagen: Preislich attraktivere Konditionen, längere Vertragslaufzeiten, einfachere Struktur der Pakete und die Gründung einer Billig-Tochter – mit diesem Bündel an Maßnahmen konnte die Kundenerosion im wichtigen Wachstumsfeld DSL aufgehalten werden.

Die Deutsche Telekom ist nach wie vor unangefochten die Nummer eins im DSL-Bereich. Knapp die Hälfte aller Anschlüsse kann sie für sich verbuchen. Um das Potenzial weiter auszuschöpfen, will die Telekom den Ausbau der DSL-Struktur auch im ländlichen Bereich vorantreiben, der bislang noch große, weiße Flecken ohne DSL-Anschlüsse aufzuweisen hat. Nach Angaben der Telekom werden mittlerweile 94,4 Prozent der Bevölkerung mit DSL erreicht.

 

IPTV: Vermarktung steigert Kundenzahl

Und auch für die Zukunft sieht sich der Konzern gut gerüstet. Im Bereich des Internet-Fernsehens hat das Unternehmen rund 50.000 Kunden für die Entertainment-Pakete gewinnen können. In diesem Jahr sollen es sogar 100 bis 200.000 werden. Die Funkausstellung in Berlin im Sommer habe den Startschuss für die breite Vermarktung gebracht, was sich jetzt in der rapide steigenden Kundenzahl niederschlage.

Die Telekom steht auf diesem Gebiet allerdings noch am ganz am Anfang. Theoretisch könnten rund 23 Millionen Anschlüsse erreicht werden, was allerdings noch Zukunfstmusik ist. Das hat aus Sicht von Experten eine Reihe von Gründen.

 

Internet-Fernsehen: Noch kein Massenmarkt

Bislang hat das Internet-Fernsehen sich noch nicht als Massenmarkt etablieren können, wofür Experten eine Reihe von Gründen sehen. Allen voran würden die hohen Preise die Lust auf IPTV ausbremsen, denn wer sollte für das Fernsehen aus dem Internet einen vielfachen Betrag dessen zahlen, was bislang dafür entrichtet werden muss.

Das würde erheblichen Zusatznutzen voraussetzen, der noch nicht gegeben ist, meinen die Experten.

Die Deutsche Telekom rechnet hier mit weiter steigenden Kundenzahlen. Das Überschreiten der Millionengrenze sei nur noch eine Frage der Zeit, heißt es, schließlich wollen die Kosten für den Netzausbau auch wieder erwirtschaftet werden. Andere Unternehmen, wie Arcor, sind allerdings auf diesem Gebiet auch aktiv – ein umfassender Wettbewerb ist zu erwarten.

Voraussichtlich wird dann auch der Zeitpunkt erreicht sein, an dem die Preise purzeln.