o2 legt im DSL-Wettbewerb nach
Während des Sommers 2007, der wettertechnisch gar keiner gewesen ist, purzelten die Preise im DSL-Bereich.
Angefangen mit der Deutschen Telekom, die nicht allein die hauseigenen Pakete verbilligte, sondern auch eine eigene Billig-Marke etablierte, gefolgt von diversen Konkurrenten, bei denen es in Mode gekommen ist, Angebote auch ohne obligatorischen Telekom-Festnetz-Anschluss zu offerieren.
Positionieren für die nächste Generation
Alles in allem hat sich der Wettbewerb im DSL-Bereich, der schon in der Vergangenheit mit harten Bandagen geführt worden ist, weiter verschärft. Schließlich gilt dieser Bereich als Wachstumssektor und das wird sich voraussichtlich nicht ändern, denn schon steht der nächste Schritt in der Entwicklung vor der Tür: Das superschnelle VDSL wird kommen und das Gerangel um die Gunst der aktuellen DSL-Kunden ist auch ein strategisches Positionieren für die nächste DSL-Generation.
Die einzelnen Pakete unterscheiden sich dabei nicht nur hinsichtlich des Preises, der für die unterschiedlichen Zugangsvarianten bezahlt werden muss. Ein wichtiges Kriterium ist bereits genannt, nämlich ob ein Telekom-Anschluss vonnöten ist oder nicht. Dieser schlägt allein schon mit rund 16 Euro monatlich zu Buche. Weiterhin unterscheiden sich die Pakete erheblich im Umfang der Leistungen und was nicht vergessen werden darf ist die Vertragsdauer. Angesichts des Preisdrucks haben kurzfristige Vertragszeiten ihre Vorzüge.
o2 forciert seine Preispolitik
Der Mobilfunk-Anbieter o2, der auch DSL-Anschlüsse vermarktet, ist bislang nicht als Preisbrecher aufgefallen, allerdings wandelt sich das Bild gerade: Zuletzt hatte das Unternehmen damit aufgewartet, dass es – wie die Deutsche Telekom – eine eigene Billigmarke plant, allerdings zunächst nur im Mobilfunkbereich. Jetzt purzeln die Preise im hauseigenen DSL-Angebot, wie bereits vorab gerüchteweise verbreitet worden ist.
Gegen Monatsende will die Gesellschaft drei DSL-Pakete anbieten: neben dem Einsteigerpaket DSL S auch die Komplettangebote DSL M und L. Gemeinsam ist allen drei die Geschwindigkeit, die Herunterladen aus dem Netz mit vier Megabit pro Sekunde erlaubt. Wer drei bzw. fünf Euro monatlich mehr auf den Tisch blättert, kann diese auf acht bzw. 16 Megabit pro Sekunde erhöhen.
Einsteiger schauen auf die Uhr
DSL S kostet monatlich 20 Euro Grundgebühr, zu der die Gebühren für Internet und Telefon noch hinzukommen. Drei Cent je Minute werden für das Surfen im Netz fällig, drei Cent je Minute sind es auch, wenn ins deutsche Festnetz telefoniert wird. Für Telefonate in deutsche Mobilfunknetze werden 19 Cent je Minute fällig. Wer das Einsteiger-Paket wählt, zahlt einen relativ günstigen Grundpreis, schaut danach aber auf die Uhr.
Zehn Euro mehr kostet DSL M. Das Paket enthält eine Internet-Flatrate, Telefonate kosten allerdings nach wie vor drei bzw. 19 Cent je Minute für Gespräche ins Festnetz bzw. in deutsche Mobilfunknetze.
Noch einmal fünf Euro teurer ist DSL L, das auch eine Flatrate für das deutsche Festnetz und das Mobilfunknetz von o2 enthält. Weiterhin werden 19 Cent pro Minute für Telefonate in andere deutsche Mobilfunknetze fällig.
Lockangebot bis Mitte November
Um potenziellen Kunden den Einstieg zu versüßen, hat o2 eine Sonderaktion aufgelegt, die vom Start der neuen Pakete bis zum 14. November 2007 reicht. Der Anschlusspreis in Höhe von 49 Euro wird in dieser Zeit nicht berechnet, außerdem erhält man einen DSL Surf&Phone-Router kostenlos. Normalerweise zahlt der Kunde dafür 29 Euro. In den ersten drei Monaten wird zudem DSL L um 15 Euro günstiger.
Alle drei DSL-Pakete werden ohne zusätzlichen Anschluss bei der Telekom angeboten, o2 kooperiert mit der Telefonica Deutschland, deren Reichweite bis zum Herbst auf rund 60 Prozent aller deutschen Haushalte steigen soll. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 24 Monate, was eine Verdopplung gegenüber den bisherigen Angeboten darstellt.
