Microsoft hat Cafétisch-Computer fertiggestellt
Surface Computing-Systeme vollständig über Touch-Pads bedienbar
Der Software-Konzern Microsoft hat gestern seine neue Surface Computing-Technologie vorgestellt. Dabei handelt es sich um Systeme, die vollständig über Berührungen der Benutzeroberfläche gesteuert werden. Tastatur, Maus oder andere Eingabegeräte sind nicht mehr vorhanden. Wie das Unternehmen gestern in Redmond, Washington, mitteilte, habe man die Hard- und Software der neuen Produkte unter dem Code-Namen "Milan" komplett selbst entwickelt.
Markierungen, das Verschieben von Dateien oder die Vergrößerung eines angezeigten Fotos erfolgen über das Touchpad. Das Display kann dabei auch gleichzeitige Eingaben mehrerer Anwender auswerten, hieß es.
Noch in diesem Jahr sollen die ersten Systeme am Markt verfügbar sein. Bei Preisen ab 10.000 Dollar richtet sich der Hersteller aber noch nicht an den Privatkundenmarkt. Erste Surface Computing-Displays werden voraussichtlich erst in drei bis fünf Jahren in den Haushalten auftauchen, hieß es.
Vorerst vertreibt Microsoft die Produkte als Terminals für Hotels, Restaurants oder Geschäfte. Hier können verschiedene Infotainment-Angebote bereitgestellt werden: Interaktive Produktinformationen, Spiele und der Zugang zum Internet. Mehrere Abnehmer wurden den Angaben zufolge bereits gewonnen: Die Hotelkette Starwood, unter deren Dach Sheraton- und Westin-Hotels betrieben werden, wird die Terminals in den Lobbies aufstellen. Der Mobilfunkbetreiber T-Mobile USA setzt die Geräte ab November in seinen Ladengeschäften ein.
Der Rechner selbst besteht aus Standard-Komponenten: Einem Pentium 4 mit 3 Gigahertz Taktfrequenz, einer Grafikkarte sowie 2 Gigabyte Arbeitsspeicher. Für die Entwicklung des Touch-Screens und der Software griff der Konzern auf Technologien aus den PDA- und Tablet PC-Sparten zurück. Die berührungsempfindliche Oberfläche wird dabei durch fünf Infrarot-Kameras ergänzt, die die Bewegung von Händen auswerten.
Zur Produktpräsentation zeigte Microsoft einige Demo-Programme. Den Angaben zufolge habe man aber bereits mit verschiedenen Partnern die Entwicklung oder Anpassung von Anwendungen vereinbart. Der Zugang zu den APIs wird aber vorerst noch nicht freigegeben, hieß es.
