Kabel Deutschland mit Sparzwang
Rote Zahlen und wachsende Kundenzahlen in den Bereichen Telefonie und Breitband prägen das Bild bei Kabel Deutschland.
Die Zahlen, die der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland jüngst vorlegte, zeigen eine zwiespältige Entwicklung: Während auf der einen Seite zahlreiche neue Kunden in den Segmenten Telefonie und Internet-Anschlüsse gefunden worden sind, steht unter dem Strich ein dicker Verlust. So muss Kabel Deutschland einerseits sparen, um aus der Verlustzone zu kommen, andererseits darf der Kabelnetzausbau nicht vernachlässigt werden, sonst bleibt der Neukundenstrom aus.
Mehr als elf Millionen Abos
Im klassischen Kerngeschäft des Kabelnetzbetreibers kann Kabel Deutschland auf mehr als neun Millionen Kunden zählen, die via Kabel ihr Fernsehangebot ins Haus bekommen und dafür monatlich eine Gebühr entrichten.
Besonderes Wachstum erzielt Kabel Deutschland aber auf einem anderen Gebiet: Bei den Diensten rund um Telefonie und Internet-Zugängen. So hat sich die Zahl der Kunden, die Telefonie-Produkte von Kabel Deutschland nutzen, um 77.000 auf 530.000 erhöht.
Bei den Breitband-Zugängen für das Internet via Kabel hat das Unternehmen 66.000 neue Kunden gewinnen können und kann hier etzt 548.000 vorweisen. Im Vergleich zu den großen DSL-Anbietern ist das immer noch recht wenig, auch das Wachstum hält sich in Grenzen.
Im Pay-TV-Bereich ist offensichtlich aktuell wenig zu gewinnen: Die Zahl der Abos hat sich um 4.000 auf 823.000 erhöht.
Hoher Verlust
Im zurückliegenden Quartal ist Kabel Deutschland tief in die Roten Zahlen gerutscht. Wurde im Vorjahr noch ein Gewinn von 3,1 Millionen Euro eingefahren, haben Abschreibungen und höhere Steuern einen Verlust von 22,3 Millionen Euro bewirkt. Zugleich ist der Umsatz aber um 15,4 Prozent auf 339,4 Millionen Euro geklettert.
Kabel Deutschland wird nun den Gürtel enger schnallen müssen, um nicht in Existenzgefahr zu geraten. Schon vor zwei Wochen hatte das Unternehmen angekündigt, eine ganze Reihe von Arbeitsplätzen in den Bereichen technischer Service zu streichen.
