Intel-CPU mit integrierter Grafik und RAM-Controller
"Nehalem" reaktiviert Hyperthreading-Technologie unter neuem Namen
Der Halbleiterhersteller Intel hat Details zu seinen künftigen Prozessoren mit der Mikroarchitektur "Nehalem"; bekannt gegeben. Eine interessante Neuerung dabei ist, dass der Controller für die Kommunikation mit dem Arbeitsspeicher künftig im Prozessor untergebracht werden soll. Bislang war dieser im Chipsatz außerhalb integriert. Außerdem wird die Hyperthreading (HT)-Technologie unter dem Namen "simultaneous Multithreading" wieder zum Einsatz kommen, womit ein CPU-Kern mehrere Aufgaben gleichzeitig abarbeiten kann.
Intel zieht mit der Speichercontroller-Integration mit anderen Halbleiterunternehmen gleich. AMD beispielsweise setzte dies bereits 2003 um. Damit sollten unnötige Engstellen in der Kommunikation vermieden werden, so die Begründung. Bei Intels Nehalem-CPUs werde zudem eine direkte Verbindung zwischen den einzelnen Rechenkernen umgesetzt. Dies soll einen weiteren Weg der Daten über Arbeitsspeicher ersparen. Eine weitere Neuerung in der Intel-Architektur ist die integrierte Grafikschaltung im Prozessor. Diese Ankündugung ist ebenfalls schon von AMD bekannt. Nach Übernahme des Grafispezialisten ATI hatte AMD den Fusion-Chip angekündigt. "Bislang waren sowohl Grafikchip als auch Memory Controller im Chipsatz auf der Northbridge angesiedelt. Nachdem wir uns entschieden haben, die Speicherkontrolle in die CPU zu integrieren, war es logisch auch die Grafik mitzunehmen", meint Intel-Sprecher Martin Strobel im Gespräch.
Die Nehalem-Chips verfügen über mindestens acht Kerne und sollen Ende 2008 auf den Markt kommen. Mithilfe von Multithreading wird ein Prozessor somit bis zu 16 Aufgaben gleichzeitig erledigen können. Hyperthreading ist von den Pentium-4-CPUs bekannt. Mit Auslaufen der P4-Produktion wurde auch die Technologie nicht mehr verwendet. "Wir sind dann mit Nehalem wieder zwei Generationen weiter und können die komplexe Multithreading-Technologie in die Chiparchitektur integrieren. Somit können die einzelnen Prozessorkerne sinnvoller ausgelastet und die Gesamtperformance gesteigert werden", so Strobel.
"Wir sehen die Nehalem-Architektur als die erste dynamisch skalierbare Mikroarchitektur", meint Pat Gelsinger, Senior Vice President und General Manager von Intels Digital Enterprise Group. Gelsinger betont, dass man sich dank der dynamischen Architektur voll und ganz auf die Wünsche der Kunden konzentrieren könne. Die Nehalem-Chips werden im 45-Nanometer-Verfahren gefertigt. Ebenfalls auf 45-Nanometer-Technik setzt Intel jedoch schon vorher bei den "Penryn"-Chips, die noch im laufenden Jahr in neuen Rechnern verbaut werden sollen.
Der Penryn getaufte Nachfolger von Conroe und Merom sollen bei den Spitzenmodellen bis zu 45 Prozent schneller sein als seine Vorgänger. Getaktet werden die Prozessoren mit Raten um drei Gigahertz, sie enthalten neue Befehlserweiterungen wie SSE4, größere Caches und schnellere Front-Side-Busse. Sie erscheinen als Dual- und Quad-Core mit bis zu zwölf Megabyte L2-Cache. Intel setzte zudem eine neue Energiesparfunktionen um. Die Kerne können einzeln in den "Deep Power Down"-Modus versetzt werden. Dabei wird der Kern fast zur Gänze abgeschaltet, durch die Verwendung von neuen Transistoren verbraucht er damit kaum noch Strom. Somit soll vor allem bei Notebooks Strom gespart und die Akkulaufzeit verlängert werden.
