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29.04.2008 13:05

Freenet: Hauen und Stechen beginnt

Freenet kommt mit der Übernahme von debitel einer Zerschlagung zuvor, doch haben United Internet und Drillisch noch einen Trumpf.

Seit Monaten ist der Telekommunikationskonzern Freenet das Objekt eines Tauziehens vor und hinter den Kulissen. Die Konkurrenten United Internet und Drillisch wollen den Konzern kaufen und zerschlagen: DSL für United Internet, Mobilfunk für Drillisch. Freenet hat nun gekontert: Der Kauf von Debitel ist beschlossen und soll so vollzogen werden, dass neue Aktien ausgegeben werden, die einen neuen, mächtigen Großaktionär entstehen lassen würden. Damit wären United Internet und Drillisch aus dem Spiel – allerdings ist das noch nicht vorbei.

Gegenangebot der Übernehmer
United Internet und Drillisch haben noch am Wochenende gekontert: Man habe bereits eine Reihe von institutionellen Investoren gefunden, die ihren Anteil an Freenet verkaufen wollten, heißt es. Diese hielten rund 32,6 Prozent des Grundkapitals, damit würden Drillisch und United Internet fas 60 Prozent des Kapitals kontrollieren.
Diese Macht im Konzern würde auch den neuen Großaktionär übertreffen. Doch zunächst einmal ist Freenet vorn. Der Kauf von Debitel ist für 1.63 Milliarden Euro vollzogen worden, damit hätte Freenet die drittgrößte Mobilfunkgemeinde unter dem Dach: Mit 19 Millionen Kunden würde man sich hinter der Telekom-Tochter T-Mobile und Vodafone positionieren.

Ende offen
Noch ist das Spiel also nicht beendet, wenngleich die Übernahme, die noch unter Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamtes steht, eine Zerschlagung von Freenet wesentlich unwahrscheinlicher macht. Denn United Internet hat klar erklärt, dass nur ohne Debitel übernommen wird.