Sie sind hier: DSL-User.de > News
 
23.06.2008 12:36

Freenet: Entsteht ein neuer DSL-Riese?

Freenet stellt seine DSL-Sparte zum Verkauf - Interessenten gibt es einige.

Nun ist es also amtlich: Freenet sucht nach einem Käufer für seine DSL-Sparte. Das Unternehmen hatte ja bekanntlich vor einigen Wochen durch den Kauf von debitel das Tor weit aufgestoßen, um sich als einer der Top-Mobilfunk-Anbieter in Deutschland zu positionieren. Das hat seinerzeit Übernahme-Ambitionen von United Internet und Drillisch abgeblockt, doch jetzt scheint es eine neue Phase zu geben: Freenet will sein DSL-Geschäft veräußern, nicht zuletzt, um die hohen Kosten des debitel-Kaufs zu stemmen.

Viele Käufer für das DSL-Geschäft
Interessenten gibt es für das DSL-Geschäft von Freenet genug. United Internet dürfte nach wie vor interessiert sein, gleiches gilt für Telefonica. Aber auch Versatel soll Interesse bekundet haben.
Freenet zählt rund 1,2 Millionen Kunden im DSL-Bereich, das wäre für die genannten Interessenten sicher ein schneller Zuwachs. Vor allem Versatel könnte seine Position drastisch verbessern, zählt der Provider doch nur rund 660.000 Kunden im DSL-Bereich. United Internet ist da besser aufgestellt, hier gibt es 2,8 Millionen DSL-Kunden und ein recht stattliches Wachstum. Doch mit den 1,2 Millionen Kunden von Freenet würde der Konzern die Marke von vier Millionen überschreiten können und seine Position als zweiter in der Branche festigen. Ein neuer DSL-Riese würde so entstehen, vor allem, wenn weitere Zukäufe getätigt werden.

Konsolidierung läuft
Klar ist, dass die Konsolidierung in dem Bereich mit großen Schritten voranschreitet. United Internet tritt als vielfach interessierter Käufer auf: Versatel, einer der genannten Interessenten für die DSL-Sparte von Freenet, steht selbst immer wieder als potenzieller Übernahmekandidat von United Internet in den Schlagzeilen.
Noch ist unklar, ob eine sehr weit fortschreitende Konsolidierung zu Preiserhöhungen führen würde. Ein neuer DSL-Riese hätte nämlich auch bessere Möglichkeiten, die endlosen Auseinandersetzungen mit der Deutschen Telekom zu führen und bessere Preise durchzusetzen – oder alternative Netze zu etablieren.