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21.02.2008 19:37

Freenet: Die Weichen werden gestellt

Das Unternehmen gliedert seine DSL-Sparte aus und stellt sie zum Verkauf. Die Konsolidierung des Marktes schreitet voran.

Aus dem Hause Freenet kommen derzeit viele Signale, die auf eine richtungweisende Weichenstellung für die Ausrichtung des Unternehmens hindeuten. Gerade für den DSL-Bereich, wo die Deutsche Telekom und viele ihrer Wettbewerber wie Alice, Arcos, 1&1 um die Kundschaft kämpfen, scheint sich einiges zu ändern. Denn: Freenet wird sich vom DSL-Bereich trennen.

Millionen Kunden zur Übernahme
Die Abspaltung und der nachfolgende Verkauf der DSL-Sparte bedeutet, dass einer der Wettbewerber seinen Kundenstamm per Übernahme kräftig aufstocken könnten. Bislang galt immer United Internet als Favorit, die aktuelle Nummer zwei der Branche; allerdings sind die Gespräche Ende 2007 überraschend abgebrochen worden.
Aktuell heißt es nur schwammig, dass mit Kaufinteressenten Gespräche geführt würden, welche das sind, bleibt akutell unklar. United Internet hat – gemeinsam mit Drillisch – allerdings einen Fuß in der Tür. Über eine gemeinsame Gesellschaft gehört beiden bereits ein guter Teil des Unternehmens.
Denkbar ist natürlich, dass auch ein anderer Provider von DSL-Zugängen die Übernahme durchführt, um seine Marktstellung zu verbessern. Zuletzt hatte es hier bereits mehrere Signale gegeben, die auf eine fortschreitende Konsolidierung des Marktes hindeuten.

Freenet: Medien unter Strom
Was aus Freenet nach der Abspaltung der DSL-Sparte wird, ist noch nicht ganz abzusehen. Es bleibt ja noch der Mobilfunkbereich übrig, allerdings steht hier Drillisch übernahmewillig bereit. Damit wäre das Geschäft defacto vollständig verkauft, Freenet könnte und müsste sich neu orientieren.
Zuletzt hat es überraschend die Meldung gegeben, dass Freenet auch Stromtarife anbietet. Ob das mehr als ein Seitensprung ist und bleibt, muss abgewartet werden. Jedenfalls passt es nicht recht zu der Äußerung des Vorstands von Freenet, stärker auf ein Medienangebot ausgerichtet zu werden.
Für den DSL-Markt ist allerdings eines klar: Einer der Provider wird auf absehbare Zeit entfallen; da es voraussichtlich nicht der letzte ist, bleibt zu hoffen, dass genug Wettbewerb bleibt, um die Preise niedrig zu halten.