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23.12.08 08:51 Alter: 2 yrs

DSL-Ausblick: 2009 bringt Stagnation und Übernahmedruck

Kategorie: DSL

 

Der Übernahmedruck auf die DSL-Provider soll 2009 noch wachsen, während der Boom weiter abflachen wird.

In den zurückliegenden Jahren galt die DSL-Branche in Deutschland als Wachstums-, ja als Boom-Branche. Schon das Jahr 2008 hat gezeigt, dass hier die goldenen Zeiten langsam aber sicher zuende gehen. Die Zahl der neuen Kunden sinkt auf breiter Front, die Konkurrenz zwischen den DSL-Anbietern, aber auch mit Kabelnetzbetreibern und Mobilfunkanbietern (UMTS) steigt und drückt auf die Gewinne. Das wird sich nach Einschätzung von Branchenexperten im Jahr 2009 nicht ändern, im Gegenteil. 

Konsolidierung soll voranschreiten
Eigentlich wird bereits seit einiger Zeit mit einer Konsolidierungswelle im Breitbandsektor in Deutschland gerechnet. Doch bislang ist wenig geschehen, was Experten auf die Finanzkrise zurückführen. Das Risiko einer Übernahme, verbunden mit hohen Kosten, wird von vielen Unternehmen und Banken gescheut. 
So steht mit dem Freenet-DSL-Geschäft ein Ziel seit Monaten zum Verkauf, doch konkret passiert ist nichts. Im Gegenteil: Ein potenzieller Übernehmer, United Internet, hat sich bereits zurückgezogen. Das klingt eigentlich nicht nach gewaltigem Konsolidierungsdruck. 
Da der Branchenverband der Breitbandanbieter im DSL-Geschäft allerdings ein weiter abflachendes Wachstum erwartet, ist damit zu rechnen, dass die Konsolidierung fortschreitet. Doch muss es keineswegs nur um Übernahmen von DSL-Anbietern gehen. 

Kabelnetzbetreiber als neuer Faktor 
Ein wichtiger Faktor im DSL-Markt ist die Infrastruktur. Die gehört bei DSL in Schlüsselbereichen aber der Deutschen Telekom und hier liegt der Ausgangspunkt zahlreicher Streits in der Vergangenheit. Auch bei der Neuausstattung der Infrastruktur, der Umstellung auf Glasfaser, steht aktuell noch vieles in den Sternen. 
Mit dem bereits weit verlegten Kabelnetz steht aber eine Alternative zur Verfügung, mit der möglicherweise sehr große Bandbreiten werden erzielt werden können. Für Alternativ-Anbieter, die sich nicht mehr (nur) auf das Netz der Telekom verlassen möchten, aber einen teuren Alleingang beim eigenständigen Netzaufbau scheuen, böte sich die Übernahme von Kabelnetzen an. Versatel hat es im Kleinen vorgemacht, im Großen könnte eine Lösung folgen. 
In jedem Fall rechnen Experten damit, dass die Zahl der DSL-Anbieter deutlich zurückgehen wird. Mit Arcor stirbt demnächst immerhin schon einmal eine Marke: Vodafone hat 2009 Arcor vollständig integriert, jetzt versinkt die Marke auch in der Versenkung.