Alice: Fixes Netz für Hamburg
Vor wenigen Wochen hat der Chef der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth, die Anbieter von schnellen DSL-Leitungen aufgefordert, ihre Pläne für den Aufbau eines neuen schnellen Glasfasernetzes vorzulegen.
Mittlerweile gibt es einige Vorstöße regionaler Natur, einer davon betrifft die Nord-Metropole Hamburg.
Presse: Alice werkelt in Hamburg
Die Tochtergesellschaft des Telekommunikationsunternehmens Hansenet, Alice, wird dabei nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins „Capital“ in Hamburgs Innenstadt ein eigenes Glasfaser-Netz errichten. Demzufolge sollen insgesamt 15.000 Häuser mit einem Anschluss versehen werden, womit Alice rund 100.000 Haushalte erreichen könnte.
Alice folgt damit den Spuren von Netcologne und M-Net, die bereits mit regionalen Angeboten auf den Markt drängen. Mit dem neuen Netz will der Anbieter seiner Kundschaft Zugänge mit einer Geschwindigkeit beim Herunterladen von Daten bis zu 100 Megabit je Sekunde anbieten. Gewöhnliche DSL-Verbindungen werden bislang mit einer Download-Rate von bis zu 16 Megabit je Sekunde offeriert, die potenzielle Bandbreite erweitert sich so dramatisch.
Konkurrenz zur Telekom
Die Muttergesellschaft Hansenet hat angekündigt, dieses Projekt als eine Art Testlauf zu sehen. Im Erfolgsfall würden weitere Hamburger Stadteile erfasst. Die ganze Aktion richtet sich erkennbar gegen die Deutsche Telekom, denn bei dem selbst gebauten Netz muss der Anbieter keine Leitungsgebühr an den Ex-Monopolisten zahlen, sondern kann den gesamten Betrag einstreichen. Ein Zubrot wäre die Vermietung der eigenen Netzleitung an andere Konkurrenten der Deutschen Telekom.
Auf diese Weise sollen die doch erklecklichen Investitionskosten von mehr als 50 Millionen Euro wieder eingefahren werden.
