Last Man Wanking
1 Seite(n), von Onkelhoste
In Zeiten einer immer egoistischer werdenden Gesellschaft schnellt naturgemäß auch die Zahl derer nach oben, die sich für ein Leben als Single entschieden haben, natürlich mit der Konsequenz, auf regelmäßigen Beischlaf zu verzichten oder mit den vielen Vornamen nicht durcheinander zu kommen. Wer also allein lebt, nicht den Schönheitsidealen entspricht oder mit einem Dialekt geschlagen ist, ist somit gezwungen, von Zeit zu Zeit selbst Hand anzulegen. Der Erfolg des Erlebten hängt natürlich in hohem Maße von der eigenen Phantasie ab und die Industrie unterstützt diese hormonregulierenden Rettungsgriffe mit einer Reihe von technischen Hilfmitteln für beiderlei Geschlecht.
Doch bei näherer Betrachtung scheinen Frauen deutlich bevorzugt zu werden, denn für sie gibt es eine umfassende Sammlung stimulierender und in Silikon gegossener Kampfmittel, von denen einige Aussehen, Größe und Geräuschentwicklung betreffend auch dem Werkzeugpark eines Betriebsschlossers entsprungen sein könnten, während für Männer in der hintersten Ecke des Regals lediglich eine aufblasbare Plastikpuppe nebst Fahrradflickzeug bereitliegen. Wenn man sich außerdem die Abstinenz von Frauen in Peepshows und Pornokinos vor Augen führt, so kommt man schnell zu der Überzeugung, daß Beate Uhse das Geheimnis der batteriebetriebenen Ersatzbefriedigung für Männer mit ins Grab genommen haben muß.
Der Fairness halber muß hier aber erwähnt werden, das Beate Uhse zu Lebzeiten in der Tat versucht hat, eine "Fickmaschine" am Markt zu etablieren, die allerdings vom Bundesgesundheitsamt mit der Begründung abgelehnt wurde, sie sei "unhygienisch". Angesichts der bleiernen Schwere deutscher Genehmigungsverfahren ist hier allerdings eher anzunehmen, daß sich ein verklemmter TÜV-Prüfer nicht getraut hat, die Sonde zur Abgasmessung in das Gerät einzuführen und ihm somit den Siegeszug in deutsche Hauswirtschafträume verwehrt hat.
Die gesellschaftliche Akzeptanz einer solchen Maschine sei dahingestellt, obwohl in Zeiten von Loveparades offen über Heterosexualität gespochen werden darf und auch der Beischlaf ohne Alkoholeinfluß ist heute kein Tabuthema mehr. Wir erinnern uns mit Heiterkeit an die Zeiten der CDU-Regierung, in der Verteter der Jungen Union vor jeder Familiendebatte eine Studie über "Real existierenden vorehelichen Geschlechtsverkehr" anfertigen mußten.
Verheirateten Frauen indes mögen die Beweggründe verborgen bleiben, warum Männer wohl ihren Memorystick in eine Apparatur stecken wollten und werden sicher, danach befragt, eine derartige Praktik beim eigenen Gatten strikt als "unvorstellbar" abtun. Es sind aber Fälle bekannt geworden, in denen die Holden aufgedruckte Zahlen auf den Schwertern ihrer Männer entdeckten, die in unglaublicher Weise denen entsprachen, wie sie auf gewöhnlichen Kontoauszügen zu finden sind. Ich denke, das sind deutliche Beweise für die Notwendigkeit einer technischen Lösung für ein uraltes, männliches Bedürfnis.
Es scheint nach dem Stand der Dinge bis dato also, daß nur des Mannes zweitbester Freund, nämlich die Hand, hier Trost und Abhilfe auch in der Einsamkeit eines gemeinsamen Ehebettes bieten kann. Die Natur hat nämlich in wundersamer Weise dafür gesorgt, das der Mann mittels einfacher Handgriffe und an nahezu jedem Punkt des Raumzeit-Kontinuums seine harmonische, ausgeglichene Gemütsverfassung selbst wiederherstellen kann und das hat bisher sicher mehr Kriege verhindert als das Vorabendprogramm der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. (Als Seiteneffekt wird deutlich, daß die Dicke der Finger nicht veränderbar ist und das muß evolutiononär damit zusammenhängen, daß sie de facto nicht zur weiblichen Stimulanz vorgesehen waren.)
Die Kritiker mögen mir vorwerfen, ich würde die Existenz der Plastikmuschi verschweigen. Das ist mitnichten so, aber die rudimentäre Attraktivität eines mit Gleitmittel befüllbaren Loches aus Plaste& Elaste in Leberwurst-Altrosa steht hinter einem ausgehöhlten Schweinebraten weit zurück und führt durch ihr kuchenähnliches Aussehen auf Kindergeburtstagen immer wieder zum Mißverständnissen. Auch die batteriebetriebenen Modelle, deren Motor mit nörgeligem Ton Kaubewegungen ausführen können, eignen sich in hohem Alter besser zum Vorkauen des Essens und führen zu eher unerwünschter Aufmerksamkeit und hektischer Telefonaktivität, wenn das Gerät beim Nachlassen der Akkukapazität ungewollt einen Scheidenkrampf simuliert.
Einen Vorstoß in die richtige Richtung machte das amerikanische Unternehmen REALDOLL, die maßgeschneiderte und lebensecht wirkende Puppen fertigt, welche zwar höchsten Erwartungen gerecht werden, leider jedoch nicht nur den behaarten Klingelbeutel des fettleibigen Großejakulators entleeren, sondern auch seinen Geldbeutel, denn ein einziges Exemplar kostet annähernd $7000. Ein Preis, den trotz der Exklusivität der Modelle und dem sexuellen Notstand seiner Interessenten nur wenige zu zahlen bereit oder in der Lage sind.
Abschließend bleibt also festzuhalten, daß bezüglich der technischen Möglichkeiten Männer deutlich diskriminiert werden. Die freie Liebe, in der 68er Generation propagiert und vorgelebt, hat sich nicht ins 21. Jahrhundert hinüber retten können und die eklantante Abweichung der Frauen von den traditionellen, genetisch verdrahtenen Verhaltensmustern haben ihr Übriges getan, um Männer zur Selbsthilfe und anderen Extremitäten greifen zu lassen.
Unsere ganze Hoffnung ruht nun auf den Segnungen der High-Tech Industrie. Immer filigraner zupackende, durch neuronale Netze gesteuerte Industrieroboter sollten alsbald in der Lage sein, auch männliche Bedürfnisse zu befriedigen und solange ich mich hinterher nicht als Teil einer Autokarosserie wiederfinde, gebe ich dieser Lösung den deutlichen Vorzug vor einem brummenden Mutterkuchen mit 9 Volt Block.
Ich danke ihnen für ihre Aufmerksamkeit und danach immer schön Händewaschen!
ehm.... ja *g*
C I A O
