IBM hat eine neue Software-Lösung gegen Spam vorgestellt, die bei einigen US-Medien für Missverständnisse gesorgt hat. CNN Money hält es beispielsweise für eine Lösung, bei der Spammer mit Spam bombardiert werden.
Doch das trifft (leider) nicht zu, höchstens ein ganz kleines bisschen. Was IBM Alphaworks derzeit mit FairUCE zum Download anbietet, ist eine Server-Lösung, die sich ausschließlich um die Senderinformationen einer Mail kümmert. Im Unterschied zu anderen Anti-Spam-Lösungen bleibt der Inhalt der Mails vollkommen unberücksichtigt.
FairUCE überprüft bei eingehenden Mails, ob die vom Absender angegebene Mail-Adresse beziehungsweise die Domain-Adresse des "Envelope" mit der zugleich gelieferten IP-Adresse übereinstimmt (DNS Lookup). Die Mails werden danach als "autorisiert" beziehungsweise (noch) "nicht autorisiert" klassifiziert. Wird eine Mail als "nicht autorisiert" eingestuft, versucht FairUCE zunächst eine Verbindung zum Rechner des Absenders herzustellen. Gelingt dies nicht oder wird die Kontaktaufnahme verweigert, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Zombie und die Mail wird gelöscht beziehungsweise als Spam markiert. Autorisierte Mails dagegen werden mit Listen abgeglichen, auf denen die "Reputation" der Absender vermerkt ist.

Insgesamt stellt sich das Verfahren als eine Art Übergangs-Lösung vor. Denn bis Verfahren zur Sender-Authentifizierung wie das Sender Policy Framework (SPF) oder auch das Sender ID-Verfahren Microsofts eingeführt werden, ist der Ableich der Envelope-Informationen in Verbindung mit einem Abgleich dieser Daten mit Listen bekannter Spam-Rechner die vermutlich sicherste Art und Weise, die Spam-Flut einzuschränken.

Wie sich FairUCE allerdings in der Praxis bewähren wird, bleibt abzuwarten. Denn was gerade angelaufen ist, ist ein Praxis-Test des Verfahrens. An diesem Test werden sich auch vermutlich nur Linux-Kenner beteiligen, denn FairUCE wird nur für Linux-Umgebungen beziehungsweise als Java-Version angeboten. Kostenlos übrigens, aber das muss nicht so bleiben. Denn bisher gibt es nicht einmal eine einheitliche Lizenz für die Software. Wer eine solche benötigt, muss eine Anfrage an IBM richten und erhält dann einen entsprechenden Bescheid.