Sie sind hier: DSL-User.de > Flatrate > Internet-Flatrate
 

Internet-Flatrate

Längst gehört die Internet-Flatrate zum Alltag zahlloser Zeitgenossen, für viele ist sie einfach nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder, denn auf diese Weise lässt sich herrlich durch die virtuellen Weiten des Webs surfen, ohne jeden Zeitdruck. Anders als früher wird dabei nämlich das Herumstreifen im World Wide Web nicht mehr je Minute abgerechnet, was die Internet-Sitzungen zu einer hektischen Angelegenheit machte – oder zu einer exorbitant teuren.

Viele berufliche Tätigkeiten, vor allem im Home-Office, sind ohne eine solche Flatrate gar nicht mehr vorstellbar. Aber auch private Aktivitäten, vor allem das Computer-Spielen über das Internet, wäre ohne Flatrate kaum denkbar.

Unterscheiden muss man dabei die Schmalband- und die Breitband-Internet-Zugänge: Während erstere wegen des Abrechnungsverfahrens durch die Deutsche Telekom nur zu sehr hohen Preisen (wenn überhaupt) zu realisieren sind, haben DSL-Zugänge der Internet-Flatrate erst zum Durchbruch verholfen.

Wichtig ist außerdem, dass nicht nur eine zeitlich unbegrenzte Nutzung eines Internet-Zugangs das Kennzeichen einer echten Flatrate ist, sondern auch eine vom Volumen unabhängige Nutzung: Pakete, die einen Pauschaltarif für ein bestimmtes Daten-Volumen offerieren, sind im Kern eben noch keine Flatrate.

Mobilcom als Vorreiter

Trotz ihres Stellenwerts in der Gegenwart ist die Geschichte der Internet-Flatrate eine sehr kurze. Ende 1998 hat es einen ersten Versuch gegeben, einen Internet-Zugang mit einem pauschalen Festpreis anzubieten. Der Provider Mobilcom, seinerzeit schon enfant terrible in der Festnetz-Telefonie, hat für einen pauschalen Betrag von 77,77 DM einen Schmalband-Internet-Zugang angeboten.

Der Vorstoß scheiterte. Die Deutsche Telekom als etablierter Betreiber kassierte nämlich Entgelte für jede Verbindung mit dem Netz, die zeitabhängig waren. Da eine Flatrate den Nutzer natürlich dazu einlädt, unbegrenzt im Internet zu verweilen und auch bei Nicht-Nutzung des Zugangs diesen nicht zu kappen, ist die Kalkulation nicht aufgegangen. Das Projekt musste eingestellt werden, mangels fehlender Rentabilität.

Auch weitere Vorstöße anderer Provider haben keinen Erfolg gehabt, denn die Deutsche Telekom konnte nicht gezwungen werden, ein Großhandelsprodukt ohne Zeittaktung anzubieten. Das aber wäre die Voraussetzung gewesen, um eine richtige rentable Internet-Flatrate auf Schmalband-Basis anzubieten.

DSL bringt den Durchbruch

Erst die zunehmende Verbreitung von DSL hat die Tür für die Flatrate weit geöffnet. Da es aber immer noch große Lücken bei der Versorgung der Haushalte mit den schnellen Internet-Zugängen gibt, bleibt das Thema Schmalband-Flatrate auch in der Gegenwart aktuell: Noch immer ist es mit Schwierigkeiten verbunden, eine Flatrate zu erhalten, denn die Hürde der zeitbasierten Abrechnung ist unverändert bestehen geblieben.

Anders bei DSL: Der Internet-Provider zahlt dabei einen monatlichen Pauschalbetrag an die Deutsche Telekom, der Preis ist dabei durch die Regulierung der Bundesnetzagentur weitgehend festgelegt. Damit ist es möglich gewesen, auch unabhängig vom Nutzungsverhalten der Kunden rentable Angebote auf den Markt zu bringen.

Letzteres ist eine Grundvoraussetzung für den Wettbewerb und hat in den zurückliegenden Jahren immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen geführt. Auch für die zukünftigen Internet-Verbindungen via VDSL gibt es bereits Regelungen, die eine Fortführung von Internet-Flatrates ermöglichen.

Tendenz zu Komplett-Angeboten

In der Gegenwart wird die Tendenz zu Komplett-Angeboten immer stärker. Selten wird ein Internet-Flatrate-Angebot allein offeriert, in der Regel ist es verbunden mit einer oder mehreren anderen Flatrates. Vor allem die Internet-Telefonie hat zum Verschmelzen beider Bereiche geführt. Abzusehen ist, dass auch der Mobilfunkbereich mehr und mehr mit den Bereichen Internet und Festnetztelefonie verschmelzen wird.