RASPPPOE macht DSL stabil und schnell

Seit Windows XP ist ein separater PPPoE-Treiber nicht mehr unbedingt notwendig, da Windows XP seinen eigenen Breitband-Treiber mitbringt. Dessen assistentengestützte Einrichtung ist, verglichen mit RASPPPOE, ein Kinderspiel, und er hat auch keinen so abschreckenden Namen. Warum also die Mühe?

Dem Durchschnittsanwender bringt RASPPPOE vor allem zwei Vorteile:

RASPPPOE kann – anders als der Windows-XP-Treiber – die maximal mögliche MTU von 1492 Bytes nutzen. Das bringt beim Download und beim Surfen einen – wenn auch nicht überwältigenden – Geschwindigkeitsvorteil.

Außerdem ist es mit RASPPPOE möglich, den TCP RWIN zu optimieren, ohne umständlich in die Registry einzugreifen. Damit erhöht sich die Übertragungsrate ebenfalls geringfügig, lästige kurzzeitige Aussetzer werden zudem auf ein Minimum reduziert. Davon profitieren Sie speziell, wenn Sie ein breitbandiges Streaming-Angebot nutzen.

Für Profis ist außerdem die Möglichkeit interessant, RASPPPOE als PPPoE-Server (Access Concentrator) einzusetzen.

Kurz: RASPPPOE macht die DSL-Verbindung schneller, stabiler und bietet mehr Möglichkeiten als der Windows-Originaltreiber. Die folgenden Hinweise zur Einrichtung beziehen sich zwar vorwiegend auf Windows XP, können aber leicht auf andere Windows-Betriebssysteme übertragen werden.

So richten Sie RASPPPOE ein

Sie erhalten RASPPPOE unter www.raspppoe.com. Neben der Standardversion finden Sie dort eine 64-Bit-Fassung und eine spezielle Version für Nutzer von 3Com-Modems. Laden Sie die für Sie geeignete Version auf Ihren PC.

Sie erhalten den Treiber in einer ZIP-Datei. Extrahieren Sie die ZIP-Datei in einen einfach zu merkenden Ordner, beispielsweise C:\RASPPPOE\

Wählen Sie nun „Start/Systemsteuerung/Netzwerkverbindungen“. Hier finden Sie auch die LAN-Verbindung, mit der Sie den DSL-Zugang nutzen wollen. Wenn Sie mehrere Verbindungen sehen, identifizieren Sie die richtige Verbindung leichter, wenn Sie im Menü des Ordners „Ansicht/Details“ wählen.

Klicken Sie nun mit der rechten Maustaste auf diese Verbindung und wählen Sie die Option „Eigenschaften“.Nun sollte der folgende Dialog erscheinen:

Klicken Sie auf „Installieren“.

Im nächsten Dialog wählen Sie „Protokoll“ und klicken auf „Hinzufügen“. Windows bietet Ihnen nun einige Protokolle an, die Sie hinzufügen können. Um RASPPPOE erstmalig zu installieren, klicken Sie auf „Datenträger“ und im nächsten Dialog auf „Durchsuchen“. Navigieren Sie in den Ordner, in dem Sie die Treiberdateien abgelegt haben, und wählen Sie eine der INF-Dateien. Es spielt keine Rolle, welche davon Sie auswählen.

Nun erscheint „PPP over Ethernet Protocol“ als zu installierendes Netzwerkprotokoll. Außerdem erscheint die Warnung, der Treiber sei nicht digital signiert. Klicken Sie trotzdem auf OK. In der Regel erhalten Sie nochmals eine Warnung. Klicken Sie auf „Installation fortsetzen“.

Ist die Installation abgeschlossen, taucht das PPP over Ethernet Protocol in den Eigenschaften der LAN-Verbindung auf.

Auch wenn es nicht ausdrücklich verlangt wird, sollten Sie nach dieser Änderung Ihr System neu starten.

So richten Sie eine DFÜ-Verbindung ein

Im Gegensatz zur Installation des Treibers ist das Einrichten einer DFÜ-Verbindung mit RASPPPOE eine Kleinigkeit. Sie benötigen nicht einmal den Windows-Assistenten.

Wählen Sie „Start/Ausführen“ und geben Sie als Befehl 'raspppoe' ein. Klicken Sie dann auf OK.

Falls Sie mehrere Netzwerkadapter eingerichtet haben, wählen Sie im nächsten Dialog denjenigen aus, mit dem Sie den DSL-Zugang nutzen. Klicken Sie dann einfach auf „Create a Dial-Up Connection for the selected Adapter“.



RASPPPOE legt nun eine neue DFÜ-Verbindung an und erstellt auf dem Desktop eine Verknüpfung zu dieser Verbindung. Per Doppelklick auf diese Verknüpfung oder über „Start/Verbinden mit...“ stellen Sie die Verbindung her. Sie müssen nun nur noch den Benutzernamen und das Kennwort eingeben, die Sie von Ihrem Provider erhalten haben.




So optimieren Sie die DSL-Leistung

Einfluss auf Stabilität und Geschwindigkeit einer Internet-Verbindung hat unter anderem der Parameter RWIN. Dieser Parameter legt fest, wie viele Datenpakete der Sender verschicken darf, bevor der Empfänger die Datenübertragung quittieren muss.

Robert Schlabbach, der Schöpfer von RASPPPOE, empfiehlt einen Trick, um den RWIN zu im Zusammenspiel mit RASPPPOE zu optimieren:

Wählen Sie „Start/Systemsteuerung/Netzwerkverbindungen“, und klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die für DSL genutzte LAN-Verbindung, um deren Eigenschaften anzuzeigen. Markieren Sie im anschließenden Dialog „PPP over Ethernet Protocol“ und wählen Sie „Eigenschaften“.



Der Konfigurationsdialog von RASPPPOE erscheint. Wählen Sie das Register „Advanced“ und markieren Sie die Option „Specify Link Speed“. Tragen Sie hier einen Wert von 101000 kbps ein.



Nachdem Sie die Dialoge mit OK geschlossen und Ihr System neu gestartet haben, wird Windows mit der Gegenstelle wenn möglich einen RWIN von 64 Kilobyte vereinbaren. Der Standardwert beträgt sonst 16 Kilobyte und bremst durch die ständig notwendigen Empfangsbestätigungen das System unnötig aus.