Kabelnetz als Auffahrt zur Datenautobahn

Spät, aber gewaltig kommen die Kabelnetzbetreiber im Bereich der schnellen Internet-Zugänge. Während über Jahre hinweg die DSL-Betreiber als klare und uneinholbare Sieger im Wettstreit um den Kunden galten, hat Kabel mittlerweile aufgeholt.

Naheliegende Kombination

Eigentlich klingt alles ganz einfach: Wer einen Kabelanschluss hat und damit Fernsehprogramme empfängt, könnte unter bestimmten Voraussetzungen auch einen Internet- und Telefon-Anschluss erhalten. Sofern der Kabel-Anschluss über einen Rückkanal verfügt, steht dem technisch nichts mehr im Wege.

Die zweite wichtige Voraussetzung ist, dass der jeweilige Kabelnetzbetreiber auch entsprechende (und ansprechende) Pakete für Internet und Telefonie im Angebot hat. Die lange Zurückhaltung der Unternehmen hat dafür gesorgt, dass die Verbreitung von Anschlüssen, über die das möglich ist, noch relativ begrenzt ist.

Hemmschuhe

Viele Gesellschaften konzentrieren sich – wie die DSL-Anbieter – vor allem auf die Ballungsgebiete, wenn man so will, gibt es auch im Bereich des Kabel-Internet-Angebots große weiße Flecken. Surfen über einen breitbandigen Kabelnetz-Anschluss ist daher oft keine Alternative, wenn DSL nicht verfügbar ist.

Außerdem hat erst jüngst bei den Kabelnetzbetreibern ein Umdenken eingesetzt, dass einen Internet-Anschluss attraktiver macht: Bislang war es üblich, zwangweise einen betriebsbereiten Kabel-Anschluss mit einem Fernsehanschluss zu versehen.

Wer also via Kabel surfen wollte, musste auch TV-Programme auf diese Weise empfangen und monatliche Gebühren zahlen. Für jene, die eine Satelliten-Schüssel auf dem Dach haben oder die terrestrische Variante des digitalen Fernsehens nutzen, war das wenig attraktiv.

Breites Angebot

Mittlerweile gibt es bei den Anbietern eine breit gefächerte Palette an Paketen, die vom einfachen Internet-Anschluss bis hin zu umfangreichen Entertainment-Angeboten reicht.

Einen technischen Vorzug hat das Kabel gegenüber DSL zu bieten: Während dort die Entfernung zu den Hauptknotenpunkten ein Wörtchen mitzureden hat, wie schnell der Anschluss tatsächlich ausfällt, ist die Geschwindigkeit beim Kabel sehr stabil.

Ein Kabelnetz-Anschluss für das Internet ist daher eine gute Alternative zum DSL – vorausgesetzt, er ist auch am eigenen Wohnort verfügbar.